

einfach.lecker.vorsorgen
Wie wir junge Menschen vor Krebs schützen – und warum das uns alle betrifft
Viele von uns haben es selbst erlebt – in der Familie, im Freundeskreis oder am eigenen Körper: Eine Krebsdiagnose verändert alles.
Was oft bleibt, ist die Frage:
Hätte man etwas anders machen können?
Wir möchten junge Menschen frühzeitig dazu befähigen, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen, damit sie sich genau diese Frage nicht stellen müssen.
Mit unserem Projekt „einfach.lecker.vorbeugen.“ richten wir uns gezielt an Auszubildende – in einer Lebensphase, in der sich Gewohnheiten entwickeln, die oft ein Leben lang bestehen bleiben.
Unser Ansatz ist bewusst einfach und praxisnah: Wir vermitteln, wie man sich gesund, alltagstauglich und kostengünstig ernähren kann. Durch ein gemeinsames Kochen, Ernährungswissen - verständlich erklärt und eine konkrete Umsetzung im Alltag.
Warum wir so früh ansetzen
Die wissenschaftliche Evidenz zeigt klar, dass Lebensstilfaktoren eine zentrale Rolle bei der Entstehung vieler Krebserkrankungen spielen. Krebs ist zwar eine multifaktorielle Erkrankung, doch ein bedeutender Teil des Risikos ist beeinflussbar.
Insbesondere für Darmkrebs gilt: Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko deutlich senken – unabhängig von genetischer Veranlagung. Besonders Ernährung, Körpergewicht und Bewegung zählen hier zu den wichtigsten modifizierbaren Einflussfaktoren (Carr, et al., 2018) (Kerschbaum & Nüssler, 2019)
Gleichzeitig ist gut belegt, dass sich gesundheitliches Verhalten früh im Leben stabilisiert. Was junge Menschen heute lernen und leben, beeinflusst ihre Gesundheit langfristig.

Eine neue Herausforderung: Krebs wird jünger
Die aktuelle Forschung zeigt zudem eine besorgniserregende Entwicklung: Krebserkrankungen treten zunehmend auch bei Menschen unter 50 Jahren auf (Lopes-Júnior, 2025). Als zentrale Ursachen werden vor allem Veränderungen im Lebensstil diskutiert (Atchade, et al., 2024) (Lopes-Júnior, 2025). Aus diesem Grund setzen wir hier die Prävention an, indem wir die Jugendlichen in ihrer Realität abholen.
Viele Auszubildende stehen heute vor ähnlichen Herausforderungen:
-
wenig Zeit im Alltag
-
günstige, aber ungesunde Lebensmittelangebote
-
fehlende Kochpraxis
-
Unsicherheit darüber, was „gesunde Ernährung“ konkret bedeutet
Obwohl das Bewusstsein oft vorhanden ist, fehlt es an konkreter Umsetzungskompetenz. Mit „Kochen. Wissen. Vorbeugen.“ schließen wir genau diese Lücke.
Wir setzen nicht auf Verbote oder abstrakte Empfehlungen, sondern auf Befähigung:
-
selbst kochen lernen
-
Lebensmittel verstehen
-
gesunde Routinen entwickeln
Und das einfach, praxisnah und bezahlbar. Dieser Ansatz entspricht zentralen Erkenntnissen der Präventionsforschung:
Nachhaltige Verhaltensänderung entsteht dann, wenn Menschen befähigt werden, eigenständig gute Entscheidungen zu treffen.
Unser Ziel
Wir möchten in den kommenden Jahren über 2.000 Auszubildende erreichen.
Doch die eigentliche Wirkung geht darüber hinaus: in alltäglichen Entscheidungen, Routinen und Lebensweisen.
Gesundheit beginnt nicht im Krankenhaus.
Sondern im Alltag.
Und oft in der Küche.

Ernährung im Krankenhaus verbessern
Ein Projekt für gesunde, nachhaltige und genussvolle Krankenhausverpflegung
Ich kenne wenige, die sich noch nie darüber beschwert haben: das Krankenhaus-Essen. Selten fühlt man sich so ausgeliefter wie in den Momenten, in denen man verletzt oder erkrankt in einem der weißen Betten liegt. Gerade hier sollte die Ernährung zum Wohlbefinden und zur Stabilisierung beitragen – des Körpers und des Geistes. Doch tut sie das? Und was kann man dafür tun, dass sie diese Aufgabe erfüllt?
Warum Ernährung im Krankenhaus so wichtig ist
Es beginnt mit einem vermeintlichen Interessenskonflikt: In vielen Einrichtungen ist die Krankenhausverpflegung vor allem funktional ausgerichtet. Für den Patienten und die Patientin hingegen stellt die Ernährung – insbesondere bei einer Krebserkrankung –einen ganz zentralen Bestandteil der Genesung dar.
Eine ausgewogene und gut verträgliche Ernährung kann:
-
den Körper während der Therapie unterstützen
-
das Risiko von Mangelernährung reduzieren
-
und die Lebensqualität verbessern
Daher stellt sich eine wichtige Frage:
Wie kann man Ernährung im Krankenhaus verbessern, ohne die Abläufe zu überfordern und das Budget der Institutionen zu überschreiten? Und genau hier setzen wir an.
Gesunde Ernährung im Krankenhaus neu gedacht
Gemeinsam mit Theresa Geisel (Vorsitzende des Vereins Food & Health e.V.) wurde ein Konzept entwickelt, das zeigt: Gesunde, nachhaltige und gleichzeitig wirtschaftliche Krankenhausverpflegung ist möglich!
Das Projekt wurde mit dem ECKART 2021 Förderpreis ausgezeichnet und im Klinikalltag umgesetzt. Das Symposium im Rahmen dieser Verleihung können Sie sich gerne hier ansehen.
Umsetzung in der Praxis: Klinik Bad Trissl
Ganz praktisch wird das Projekt seit 2021 in der Küche des Kompetenzzentrum Klinik Bad Trissl erprobt.
Hier werden täglich etwa 160 TumorpatientInnen und RehabilitationspatientInnen sowie die vielzahl an Mitarbeitenden versorgt. Eine große Klinik, die sich dennoch bereit zeigte, unser “Experiment gesunde Krankenhausküche” zu unterstützen.
Ziel ist es, die Krankenhausküche so weiterzuentwickeln, dass sie:
-
gesundheitsfördernd
-
nachhaltig
-
und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig ist
Die Ergebnisse wurden dokumentiert, sodass andere Kliniken diese Ansätze unkompliziert übernehmen können.
.jpg)
Foto v.l.n..r.:Eckart Witzigmann, Prof. Dr. med Volkmar Nüssler, Prof. Dr. Nicole Graf, Ilka Horstmeier (Mitglied des Vorstands der BMW AG, Personal- und Sozialwesen, Arbeitsdirektorin)

Foto v.l.n.r.: Jan Hartwig, Prof. Dr. med Volkmar Nüssler, Fritz Haidacher (Küchenchef der Klinik Bad Trissl GmbH)
Was bedeutet gesunde Krankenhausverpflegung konkret?
Im Mittelpunkt stehen drei zentrale Prinzipien
Zwei wichtige Erkenntnisse aus dem Projekt
Unsere Erfahrungen zeigen deutlich:
-
Gesunde und nachhaltige Ernährung ist auch in Krankenhausküchen wirtschaftlich umsetzbar.
-
Eine ausgewogene Ernährung bedeutet keinen Verzicht – sondern oft sogar mehr Genuss.
Diese Erkenntnisse sind entscheidend für die Zukunft der Gemeinschaftsverpflegung im Gesundheitswesen.
Experten und Partner des Projekts
Das Projekt wird von erfahrenen Fachleuten begleitet:
-
Prof. Dr. Nicole Graf (betriebswirtschaftliche Analyse)
-
Jan Hartwig (Spitzenkoch, kulinarische Entwicklung)
-
Fritz Haidacher (Küchenchef Bad Trissl)
-
Theresa Geisel (Expertin für Gemeinschaftsgastronomie)
-
Prof. Dr. med. Volkmar Nüssler (bis 2022 Geschäftsführender Koordinator des Tumorzentrums München (TZM), heute im Vorstand der Wolfgang Wilmanns Stiftung)
Durch diese Zusammenarbeit entsteht ein ganzheitlicher Ansatz aus Praxis, Wissenschaft und Ernährungskompetenz.
Ernährung bei Krebs: Mehr als nur ein Nebenthema
Wie wir auch in unserer Rubrik “Prävention” erläutern, ist gerade bei einer Tumorerkrankung eine gute und gesunde Ernährung essentiell. Studien zeigen, dass eine ausreichende Nährstoffversorgung:
-
die Therapie unterstützen kann
-
Komplikationen reduzieren kann
-
und das allgemeine Wohlbefinden verbessert
Unser Ziel ist es daher, Ernährung als festen Bestandteil moderner Krebsbehandlung zu etablieren.
Unser Projekt zeigt, dass eine bessere Ernährung im Krankenhaus realistisch ist.
Langfristig möchten wir dazu beitragen, dass:
-
mehr Kliniken nachhaltige Ernährungskonzepte umsetzen
-
Patientinnen und Patienten besser versorgt werden
-
und Essen wieder als Teil der Behandlung verstanden wird
Aufruf zur Mitwirkung
Wir laden Kliniken, Rehabilitationszentren und weitere Einrichtungen ausdrücklich ein, Teil dieser Entwicklung zu werden.
Wenn Sie Interesse haben, neue Wege in der Krankenhausverpflegung zu gehen, unser Konzept in Ihrer Einrichtung zu erproben oder gemeinsam Lösungen weiterzuentwickeln, freuen wir uns sehr über Ihre Kontaktaufnahme.
Lassen Sie uns gemeinsam zeigen, dass gesunde, nachhaltige und genussvolle Ernährung im Krankenhaus möglich ist – zum Wohl der Patientinnen und Patienten.
Die Ausgewogene Ernährung für PatientInnen
Die Speisen sollen den Körper stärken,
gut verträglich sein und individuell angepasst werden können.
Nachhaltig erzeugt Lebensmittel
Es wird darauf geachtet, dass Lebensmittel möglichst ökologisch erzeugt sind, aus verantwortungsvoller Tierhaltung stammen und regional verfügbar sind
Genuss und Lebensqualität
Gerade für Patientinnen und Patienten gilt:
Essen soll nicht nur gesund sein – sondern auch schmecken.




Foto v.l.n.r.: Moderatorin Frau Melanie Wagner (Restaurantleitung Schwarzer Adler, Oberbergen, ECKART 2015 für Lebenskultur), Prof. Dr. med. Volkmar Nüssler, Prof. Dr. Nicole Graf, Andreas Kutschker (Geschäftsführer Klinik Bad Trissl) und Jan Hartwig.
Quellenverzeichnis
Atchade, A., Williams, J., Mermelstein, L. & et al., 2024. Unraveling the complexities of early-onset colorectal cancer: a perspective on dietary and microbial influences. Front. Public Health, Volume 12, p. 1370108.
Lopes-Júnior, L., 2025. The Emerging Epidemic of Early-Onset Cancer: Global Patterns, Biological Complexity, and Urgent Calls for Action. Cancer Control, Volume 32, p. 10732748251386505.
Carr, P., Weigl, K., Jansen, L. & et al., 2018. Healthy Lifestyle Factors Associated With Lower Risk of Colorectal Cancer Irrespective of Genetic Risk. Gastroenterology, Dec, 155(6), pp. 1805-1815.e5.
Kerschbaum, E. & Nüssler, V., 2019. Cancer Prevention with Nutrition and Lifestyle. Visc Med, Aug, 35(4), pp. 204-209.
