
Sterneköche
Ein Gewinn für uns und für Sie...

Foto: Maresa Mader
Eine persönliche Geschichte
Viele fragen sich vielleicht, warum wir auf unserer Website vor allem Rezepte von Sterneköchinnen und Sterneköchen vorstellen. Die Idee dahinter entstand eher zufällig – und aus einer sehr persönlichen Erfahrung.
Vor rund 17 Jahren bekam ich einen Kochkurs bei Hans Haas geschenkt. Bis dahin hatte ich mit gehobener Küche wenig zu tun. Zu viel „Schischi“, dachte ich – und satt wird man davon auch nicht. Die üblichen Vorurteile.
Doch dieser Tag, der 14. Mai 2009, hat meine Sichtweise grundlegend verändert.
![]() Hans Haas2-Sternekoch, 29 Jahre Küchenchef im Münchner Restaurant "Tantris" | ![]() Eckart Witzigmann„Koch des Jahrhunderts“ (Gault & Millau) und wichtigster Wegbereiter der modernen deutschen Küche; Fotograf: Markus Bassler | ![]() Otto GeiselFreier Berater für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln; Leitung des Instituts für Lebensmittelkultur, Otto Geisel GmbH, München Foto: Helmuth Rier | ![]() Sigi SchellingSterneköchin und Chefin des "Werneckhof Sigi Schelling" in München | ![]() Jan Hartwig3-Sterne-Koch und Inhaber sowie Küchenchef des Restaurants „JAN“ in München |
|---|
Ich war tief beeindruckt – vor allem davon, wie respektvoll mit Lebensmitteln umgegangen wurde. Gemüse- und Fleischreste wurden konsequent zu hochwertigen Fonds verarbeitet – die Grundlage für die berühmten Saucen von Hans Haas. Es wurde nahezu nichts verschwendet. Gleichzeitig erhielt ich viele praktische Anregungen, wie sich alltägliche Gerichte wie Fisch, Wild, Kartoffelsalat oder Gemüse schmackhaft und zugleich gesund zubereiten lassen.
Dieser Kochkurs war für mich eine echte Offenbarung – und der Beginn einer Idee: Warum dieses Wissen nicht auch an unsere Patientinnen und Patienten weitergeben?
So entstanden unsere Patientenkochkurse – und eine Freundschaft, die bis heute besteht.
Hans Haas war fast 30 Jahre Küchenchef im legendären Tantris – einem der bedeutendsten Orte der deutschen Spitzengastronomie. Drei Jahrzehnte auf konstant höchstem Niveau sind eine außergewöhnliche Lebensleistung. Trotz seines Erfolgs ist er ein bodenständiger und bescheidener Mensch geblieben, dessen Kreativität sich heute auch in seiner Kunst widerspiegelt.
Das Motto – „Von den Besten lernen“ – wurde auch zu unserem Leitgedanken. Deshalb möchten wir Ihnen mit unseren Rezepten Inspiration geben und Mut machen, Ihre eigenen Kochkünste zu entdecken oder weiterzuentwickeln.
Durch Hans Haas durfte ich auch Eckart Witzigmann kennenlernen – Jahrhundertkoch und eine der prägendsten Persönlichkeiten der deutschen Spitzenküche. Unter ihm entwickelte sich das Tantris zu einem Zentrum der Nouvelle Cuisine in Deutschland und dem prägenden Ort für Generationen deutscher Spitzenköche.
Umso mehr hat es mich berührt, dass er unser Projekt „Kochen für Tumorpatienten“ aktiv unterstützt hat – obwohl er sich bereits im wohlverdienten Ruhestand befand.
Ein besonderer Dank gilt auch meinem Freund Otto Geisel. Durch ihn konnten viele wertvolle Projekte für Patientinnen und Patienten umgesetzt werden. Sein Wissen und seine Leidenschaft für Lebensmittel sind für mich bis heute eine große Inspiration.
Über diese Verbindungen entstand ein Netzwerk engagierter Spitzenköchinnen und -Köche, denen ein Thema besonders am Herzen liegt: Ernährung als wichtiger Baustein für körperliche und seelische Stärke.
Dazu gehören unter anderem Sigi Schelling, Anna Matscher, Herbert Hintner, Martin Fauster, Tohru Nakamura, Jan Hartwig und Franz Keller.
Sigi Schelling, langjährige Sous-Chefin von Hans Haas und heute Gastgeberin im „Werneckhof“ in München, steht für eine Küche, die auf hochwertige, saisonale und nachhaltige Produkte setzt. Viele Zutaten stammen bis heute aus dem elterlichen Hof. Mit ihr verbindet mich nicht nur eine enge Zusammenarbeit, sondern auch große persönliche Dankbarkeit: Während einer schwierigen Krankheitsphase hat sie mich im Krankenhaus mit einfachen, wohltuenden Gerichten unterstützt – eine Hilfe, die ich nie vergessen werde.
Auch das Projekt „Gesunde, schmackhafte Ernährung im Krankenhaus“, das wir gemeinsam mit dem onkologischen Kompetenzzentrum Bad Trissl und Jan Hartwig (Restaurant „JAN“ in München) umgesetzt haben, zeigt, wie wichtig gutes Essen gerade in Ausnahmesituationen ist. Für dieses Engagement wurde das Projekt 2021 mit dem Eckart-Witzigmann-Preis ausgezeichnet.
Jan Hartwig, 3-Sterne-Koch seit 2022 in seinem eigenen Restaurant „Jan“, steht dabei für eine Küche, die bewusst reduziert ist und sich auf das Wesentliche konzentriert. Seine Gerichte greifen vertraute, oft deutsch inspirierte Geschmackswelten auf und interpretieren sie auf höchstem Niveau neu – klar, präzise und zugleich emotional zugänglich.
![]() Franz KellerEhemaliger Sternekoch, heute Pionier nachhaltiger Esskultur Fotograf: Chris Aras | ![]() Tohru Nakamura3-Sterne-Koch und Küchenchef im Restaurant "Tohru in der Schreiberei" in München Fotograf: Hoang Dang | ![]() Herbert HintnerSternekoch, Chefkoch und Inhaber des Restaurants „Zur Rose“ in St. Michael/Eppan in Südtirol, Italien | ![]() Martin FausterSternekoch und Küchenchef des Restaurants "Wolfshöhle" in Freiburg | ![]() Anna MatscherSterneköchin, Küchenchefin und (gemeinsam mit ihrem Mann) Inhaberin des Restaurants „Zum Löwen“ in Tisens. † 2025 |
|---|
Martin Fauster, heute Küchenchef der „Wolfshöhle“ in Freiburg, teilt unseren Fokus auf regionale und saisonale Produkte. Gemeinsam konnten wir mehrere erfolgreiche Veranstaltungen zum Thema Ernährung und Prävention realisieren.
Tohru Nakamura verbindet in seiner Küche japanische Präzision mit regionalen Zutaten und europäischer Kochkunst. Seine leichten, gut verträglichen Gerichte und nachhaltigen Konzepte machen ihn zu einem wichtigen Partner unseres Projekts. Seit 2021 führt er sein Restaurant „Tohru in der Schreiberei“ in München und wurde ebenfalls 2025 mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet.
Anna Matscher war eine beeindruckende Persönlichkeit und eine wichtige Wegbereiterin für Frauen in der Spitzengastronomie. Mit ihrer modernen Interpretation der Südtiroler Küche und der Verwendung regionaler Produkte – oft aus dem eigenen Garten – hat sie viele Menschen inspiriert, auch unsere Patientinnen und Patienten. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Luis Matscher führte sie über Jahrzehnte den historischen Ansitz „Zum Löwen“ in Tisens bei Meran. Ihr Tod im Jahr 2025 ist ein großer Verlust.
Herbert Hintner steht seit Jahrzehnten für eine regionale und zugleich moderne Küche. Gemeinsam mit seiner Frau Margot Rabensteiner führt er das Restaurant „Zur Rose“ in St. Michael/Eppan, das er zu einer festen Größe der Südtiroler Gastronomie entwickelt hat. Als Kochbuchautor und Förderer junger Talente engagiert er sich weit über die Küche hinaus.
Franz Keller schließlich ist ein Pionier der nachhaltigen Küche. Sein Leitsatz – „Gutes Essen beginnt auf dem Feld und im Stall“ – bringt seine Philosophie auf den Punkt. Auf seinem „Falkenhof“ lebt er seine Vorstellung von Kochen als verantwortungsvollem Handwerk und zeigt, wie eng Genuss, Gesundheit und ein respektvoller Umgang mit Lebensmitteln miteinander verbunden sind.










