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Vom Wissen ins Handeln

1 hour ago
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Der 2. Nationale Krebspräventionsgipfel macht es einmal mehr deutlich: Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen endlich konsequenter Einzug in den Alltag der Menschen halten. Denn Wissen allein bringt wenig, wenn es nicht in konkretes Handeln übersetzt werden kann. Eine besondere Rolle messen die Fachleute dabei den Schulen zu. Gleichzeitig sollen Präventionsangebote niedrigschwellig und zielgruppengerecht gestaltet werden.


Bereits am 10. Juni hatten sich rund 50 Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft in Berlin getroffen, um einer zentralen Frage nachzugehen: Wie kann aus dem umfangreichen Wissen, über das wir in der Krebsprävention heute verfügen, wirksames und nachhaltiges Handeln entstehen?


Die Ergebnisse des Gipfels wurden am 7. September im Deutschen Ärzteblatt zusammengefasst. Sie zeigen deutlich: Die Herausforderung liegt inzwischen weniger in fehlenden Erkenntnissen als vielmehr darin, diese in gesellschaftliche Strukturen und in den Alltag der Menschen zu übertragen.

Die entscheidende Frage dabei ist:

 

Wie erreicht Prävention gerade junge Menschen wirklich?

 

Der Krebspräventionsgipfel formuliert sechs prioritäre Handlungsfelder. Dazu gehören politische und strukturelle Maßnahmen – etwa eine stärkere Verhältnisprävention, eine ressortübergreifende Verankerung von Prävention sowie eine bessere Vernetzung bestehender Angebote.

 

Zwei dieser Handlungsfelder kommen uns dabei sehr vertraut vor:

  • Die Lebenswelt Schule soll systematisch für Prävention und Gesundheitsförderung genutztwerden.

  • Präventionsangebote sollen niedrigschwellig, zielgruppengerecht und möglichst barrierefrei gestaltet werden.


Der Ergebnisbericht geht dabei noch einen Schritt weiter: Krebsprävention beginne bereits im Kindes- und Jugendalter. Deshalb sollten Gesundheitskompetenz und wissenschaftlich fundierte Präventionskonzepte stärker im Schulalltag verankert werden. Gleichzeitig müssten Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenswelten angesprochen werden. Prävention sei dabei nicht allein Aufgabe des Gesundheitssystems, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.

Das beschreibt den Kern unserer Kampagne „Einfach lecker vorsorgen“ ziemlich genau.



Diese Initiative richtet sich insbesondere an Auszubildende und junge Erwachsene – also an Menschen in einer Lebensphase, in der Ausbildung oder Studium, die erste eigene Wohnung, mehr Selbstständigkeit und erstmals eine weitgehend eigenständige Selbstversorgung aufeinandertreffen.


Gleichzeitig sind Zeit und Geld häufig Mangelware und Kocherfahrung nicht selbstverständlich. Ganz zu schweigen von dem Verständnis der langfristigen Konsequenzen des eigenen Lebensstils auf die spätere Gesundheit. Pizza, Lieferdienste, Fertiggerichte und schnelle Mahlzeiten zwischendurch können so schnell zur täglichen Routine werden.


Wir setzen daher nicht darauf, BerufsschülerInnen lediglich zusätzliches Wissen zu vermitteln, sondern versuchen, sie dort abzuholen, wo sie gerade stehen, und gemeinsam die Hürden anzugehen, die in ihrem Alltag wirklich eine Rolle spielen. Das Projekt verbindet praktisches Kochen mit verständlicher Gesundheitsbildung, mit dem Ziel, die Selbstwirksamkeit der SchülerInnen zu stärken.


Wissen allein reicht eben nicht


Das ist auch eine zentrale Erkenntnis des Krebspräventionsgipfels. Rita Schmutzler, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, brachte die Herausforderung auf den Punkt:


„Wir wissen heute so viel wie nie zuvor darüber, wie Krebs verhindert werden kann. Aber wir schaffen es noch nicht, dieses Wissen umzusetzen.“


Ein konkreter Weg, Wissen in die Praxis zu überführen, ist das eigene Erleben. Aus diesem Grund zeigen wir in unseren Kochworkshops, wie schnell und unkompliziert eine ausgewogene Mahlzeit – auch mit geringem Budget – zubereitet werden kann. Dabei geht es nicht nur um einzelne Rezepte, sondern vor allem um das gemeinsame Erlebnis: zusammen kochen, ausprobieren und anschließend gemeinsam essen. So wird gesundheitsfördernde Ernährung positiv erfahrbar – statt mit Verzicht, Regeln oder zusätzlichem Stress verbunden zu sein.



Die Lebenswelt endet nicht am Schultor


Einen Punkt wollen wir hier besonders herausheben: Nachhaltige Prävention braucht Kontinuität und muss dort ansetzen, wo sich die Jugendlichen tagtäglich bewegen. Aus diesem Grund begleiten wir die Arbeit an den Schulen gezielt mit einer Social-Media-Kampagne. Hier geht es um ganz konkrete Fragen aus ihrem Alltag:


  • Wie kann ich mich trotz Zeitdruck ausgewogen ernähren?

  • Welche alltagstauglichen Proteinquellen eignen sich abseits von Proteinshakes und Co rund um Sport und Training?

  • Wie hängen gesunde Ernährung und Beauty zusammen?

  • Was gibt mir Energie?


Wir gehen damit bewusst über die klassische Ernährungslehre hinaus und greifen gezielt die Themen Fitness, Leistungsfähigkeit und Beauty auf. Nicht, um die Krebsprävention in den Hintergrund zu rücken, sondern weil diese Themen für junge Menschen wesentlich näher an ihrer Lebensrealität liegen als die Frage nach einem möglichen Erkrankungsrisiko in einigen Jahren oder Jahrzehnten.


So lassen sich Präventionsbotschaften mit Themen verbinden, die für die Zielgruppe bereits heute relevant sind – und damit deutlich leichter in ihren Alltag integrieren.




Vom Wissen ins Handeln – auf allen Ebenen


Wir sind uns bewusst: Projekte wie „Einfach lecker vorsorgen“ ersetzen nicht die weitreichenden politischen und strukturellen Veränderungen, die der Krebspräventionsgipfel fordert. Viele der Handlungsfelder richten sich direkt und ausdrücklich an Bund, Länder und andere gesellschaftliche Akteure – von den gesetzlichen Maßnahmen bis hin zu einer stärkeren institutionellen Verankerung der Prävention.


Gleichzeitig zeigt die praktische Arbeit vor Ort, wie wichtig es ist, diese übergeordneten Strategien durch konkrete, alltagsnahe Angebote zu ergänzen.

Ganz im Sinne des Titels des Gipfels:


Von der Empfehlung zur Entscheidung“


Die Empfehlungen sind häufig bereits bekannt. Jetzt geht es darum, Bedingungen zu schaffen, unter denen aus ihnen konkrete Entscheidungen und langfristig neue Gewohnheiten entstehen können.





 
 
 

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